Claude Opus 4.6 analysiert Buffett-Briefe, um blind Aktien auszuwählen

Experimentaufbau: Extraktion von Buffetts Philosophie
Ein Entwickler testete, ob Claude Opus 4.6 Aktien besser auswählen kann als Warren Buffett, indem er 48 Jahre seiner Aktionärsbriefe (1977–2024, 561.849 Wörter) analysierte. Das Experiment nutzte Claude Code als Orchestrator mit Subagenten, die verschiedene Pipeline-Stufen bearbeiteten, um Informationslecks zu verhindern.
In der ersten Stufe schrieb Claude Code ein Skript, um die 48 Briefe abzurufen, und extrahierte dann wichtige Anlageprinzipien aus jedem. Es identifizierte insgesamt 15 Prinzipien, wovon 9 quantitativ genug waren, um in eine Bewertungsmatrix umgewandelt zu werden. Dazu gehörten ROE-Schwellenwerte, Schulden-zu-Eigenkapital-Grenzen, Sicherheitsmarge und Wettbewerbsvorteilsdauer. Sechs parallele Subagenten lasen für diese Extraktion verschiedene Ären der Briefe.
Architektur des Blindtests
Der Entwickler erstellte einen Claude-Code-Aufbau mit dieser Struktur:
buffett-analysis/
├── orchestrator # Hauptcontroller – führt die gesamte Pipeline pro Ticker aus
├── skills/
│ ├── collect-financials # Holt 10-K-Daten, Kennzahlen, Segmentaufschlüsselungen
│ ├── anonymize-company # Entfernt Namen, Ticker, Marken → "Company A"
│ ├── moat-analysis # Bewertet dauerhafte Wettbewerbsvorteile
│ ├── management-quality # Bewertet Kapitalallokation & Anreize
│ ├── valuation-model # DCF + Eigentümergewinne + Sicherheitsmarge
│ └── generate-verdict # Endgültige Kauf/Passen/Beobachten-Empfehlung
└── sub-agents/
└── (pro Unternehmen erstellt) # Blindanalyse – keine Identität, nur FundamentaldatenFür den Blindtest anonymisierte Opus 50 Aktien, indem alle Namen, Ticker und Sektoren entfernt wurden, sodass nur anonymisierte Kennungen wie "Company Alpha" und "Company Bravo" übrig blieben. Die Stichprobe enthielt 20 tatsächliche Berkshire-Beteiligungen, 15 Value-Kandidaten und 15 Anti-Buffett-Kontrollen (einschließlich GameStop, Rivian, Beyond Meat und MicroStrategy).
Mehrere Subagenten bewerteten dann alle 50 Unternehmen ausschließlich anhand der extrahierten Matrix und anonymisierter Finanzdaten, ohne Opus' eigene Logik anzuwenden, sondern strikt nach den aus Buffett abgeleiteten Prinzipien.
Ergebnisse und Erkenntnisse
Die Opus-4.6-Analyse erbrachte folgende Ergebnisse:
- 6 seiner Top-10-Auswahlen waren tatsächliche Berkshire-Beteiligungen (60 % Übereinstimmung, völlig blind)
- 13 der 15 Anti-Buffett-Kontrollen landeten in der unteren Hälfte und wurden korrekt abgelehnt
- Es stufte Berkshire Hathaway selbst als die #7 Buffett-ähnlichste Aktie ein, ohne zu wissen, was es war
Die Top-10-Auswahlen waren:
- Alphabet (GOOGL)
- Visa (V)
- Moody's (MCO)
- Coinbase (COIN)
- Mastercard (MA)
- Procter & Gamble (PG)
- Berkshire Hathaway (BRK-B)
- Coca-Cola (KO)
- Apple (AAPL)
- Texas Instruments (TXN)
Ein interessantes Scheitern trat auf, als Coinbase trotz der Absicht, es als Anti-Buffett-Kontrolle zu verwenden (Buffett hatte Kryptowährungen zuvor als "quadriertes Rattengift" bezeichnet), auf Platz 4 landete. Die Analyse stellte fest, dass Coinbase eine Gewinnmarge von 39 % aufwies.
Dieses Experiment zeigt, wie Claude Code mit Subagenten systematisch komplexe Anlageprinzipien aus großen Textkorpora extrahieren und anwenden kann, während Blindtestprotokolle zur Reduzierung von Verzerrungen eingehalten werden.
📖 Read the full source: r/ClaudeAI
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